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Format
Studie
Date
8. April 2026

Mittelstand stärken mit elektrischer Prozesswärme

Chancen für geringere Energiekosten und mehr Resilienz

Mittelstand stärken mit elektrischer Prozesswärme

Einleitung

Die Studie mit drei Anwendungsbeispielen zeigt: Der industrielle Mittelstand (KMU) kann bereits heute mit der Elektrifizierung ihrer Prozesse Energiekosten sparen – im Vergleich zu fossilem Gasverbrauch. Langfristig zahlen die Investitionen auf eine Modernisierung des Kapitalstocks, sinkende Produktionskosten und geringer Importabhängigkeiten ein. Der Umstieg wird allerdings häufig durch hohe Anfangsinvestitionen und entsprechend lange Amortisationszeiten von teils mehr als 10 Jahren verhindert.  Es braucht eine entschlossene Politik, die Investitionen in eine nachhaltige Anlagenmodernisierung unterstützt und somit Innovations- und Wettbewerbspolitik mit Resilienz- und Klimaschutzzielen kombiniert.

Kernergebnisse

  1. Der industrielle Mittelstand zeichnet sich vielfach durch innovative Marktführerschaft aus; bei der Energieversorgung setzen die meisten Unternehmen jedoch weiterhin auf fossile Brennstoffe.

    Mittelständische Unternehmen verbrauchen rund 40 Prozent des energiebezogenen Erdgasbedarfs der Industrie. Steigende Gaspreise treffen sie daher besonders stark, zumal sie Preisschwankungen oft weniger gut abfedern können. Dabei bietet der Umstieg auf strombasierte Prozesswärme in vielen Fällen eine günstigere Alternative.

  2. Drei Anwendungsbeispiele zeigen: Unternehmen können bereits heute mit der Elektrifizierung ihrer Prozesse Energiekosten sparen.

    Bei Trocknungsprozessen unter 100 °C senkt der Umstieg von Gas auf Strom die Energiekosten über die ersten 5 Jahre um 33 Prozent. Auch bei über 100 °C kommt es zu Kosteneinsparungen, im betrachteten Konvektionsofen beispielsweise um 28 Prozent. Diesen Einsparungen stehen jedoch hohe Anfangsinvestitionen und lange Amortisationszeiten gegenüber, die den Umstieg derzeit hemmen.  

  3. Mit modernen, strombasierten Anlagen kann der industrielle Mittelstand von günstigen Energiekosten profitieren – dafür braucht es jedoch unterstützende Rahmenbedingungen.

    Gezielte Finanzierungs- und Förderangebote können hohe Anfangsinvestitionen abfedern. Ein planbares Strom-Gas-Preisverhältnis, etwa über vereinfachte CO₂-Differenzverträge, senkt das Risiko der Investition. Beratungsangebote können Unternehmen dabei unterstützen, ihren Strombezug aktiv zu managen und Prozesse flexibler an günstigen Strompreisen auszurichten. 

  4. Gezielte politische Impulse für Investitionen in moderne elektrische Anlagen im industriellen Mittelstand kombinieren Innovations- und Wettbewerbspolitik mit Resilienz- und Klimaschutzzielen.

    Sie ermöglichen es Unternehmen, Energiekosten zu senken und die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren, modernisiert den Kapitalstock durch kosteneffiziente Zukunftstechnologien und stärkt zugleich den heimischen Maschinen- und Anlagenbau. 

Bibliographische Daten

Autor:innen
Lea Mohnen (Agora Industrie), Aïcha Platzdasch (FfE), Katharina Gruber (FfE)
Publikationsnummer
402/04-S-2026/DE
Versionsnummer
1.0
Veröffentlichungsdatum

8. April 2026

Seitenzahl
65
Zitiervorschlag
Agora Energiewende und Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH (2026): Mittelstand stärken mit elektrischer Prozesswärme. Chancen für geringere ­Energiekosten und mehr Resilienz. https://www.agora-industrie.de/publikationen/mittelstand-staerken-mit-elektrischer-prozesswaerme
Projekt
Diese Publikation wurde erstellt im Rahmen des Projektes Power-2-Heat: Klimafreundliche Prozesswärme für die Industrie.

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